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Russisch-Horn-Ensemble

 

(Leitung: Jens Göhler)





Das Bergmusikkorps Saxonia Freiberg e.V. hat sich seit 1995 einer etwas in Vergessenheit geratenen Tradition angenommen - dem Musizieren auf Russischen Hörnern.

Russische Hörner in Freiberg:
Der Ursprung dieser Hörner liegt tatsächlich in Russland. Nachweislich wurden im 18. Jahrhundert am Sankt Petersburger Zarenhof solche Hörnerkorps aufgestellt und eigens dafür Musiken komponiert. Von Russland aus wurden die Hörner auch in Sachsen bekannt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts bereisten russische Hörner-Korps Deutschland.

Möglicherweise hat der damalige Freiberger Stadtkantor und Leiter des Freiberger Bergmusikkorps August Ferdinand Anacker eine solche Aufführung miterlebt und sich dann für die Gründung eines Hörner-Korps in Freiberg eingesetzt. Der Freiberger Berghauptmann von Herder ließ 1825 Russische Hörner für das von ihm neu organisierte Bergmusikkorps beschaffen. A.F. Anacker komponierte eigens eine Reihe von Märschen für das neue Russisch-Horn-Ensemble. In Anackers 1832 komponiertem Singspiel „Der Bergmannsgruß“ waren 13 solcher Hörner eingesetzt. Um die Jahrhundertwende geriet diese Musizierweise jedoch wieder etwas in Vergessenheit. Im Jahre 1938, zur 750-Jahr-Feier der Bergstadt Freiberg, spielten letztmalig Freiberger Musiker auf Russischen Hörnern. Diese Instrumente sind noch heute im Freiberger Stadt- und Bergbaumuseum zu sehen.

Das Bergmusikkorps Saxonia hat sich nach diesem Muster eine Reihe solcher Instrumente bauen lassen. Es gelang, sowohl Sponsoren für dieses Projekt zu finden als auch die noch vorhandenen Originalnoten aus dem Freiberger und Brand-Erbisdorfer Museum zu sichten und zu bearbeiten. In dem Instrumentenbaumeister Ricco Kühn aus Oederan fand man einen Fachmann, der sich für diese anspruchsvolle Aufgabe begeisterte und der mit den heutigen Kenntnissen und Arbeitsmitteln die Instrumente neu berechnete und anfertigte. Mit den bisher hergestellten 19 Hörnern (Es - g 1 ) und dem sich daraus ergebenden Tonumfang von über 2 Oktaven ist man in der Lage, die vorhandene Originalliteratur und neu arrangierte Musikstücke zu spielen. Zum damaligen Repertoire gehörten neben einer Vielzahl von Chorälen und Begräbnismusiken auch die bereits erwähnten Märsche sowie Lieder, Tänze und selbst kleine Stücke aus Mozarts "Zauberflöte".
Die Premiere der neuen Russischen Hörner fand am Abend des 22. August 1995 statt. Anlass war das 2. Knappentreffen der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft auf dem Gelände der Grube „Alte Elisabeth“. Zum Bergmännischen Zapfenstreich erklangen im Schein der Fackeln Choräle wie „Walle stets o Christ auf Erden“, „Harre des Herrn“ und Märsche von A.F. Anacker (zum Teil auch auf unserer CD zu hören).
Weitere Höhepunkte waren die Mitwirkung bei der Aufführung des „Bergmannsgrußes“ in der Inszenierung von Andreas Schwinger im Juni 1996 auf dem Freiberger Buttermarkt, bei der Aufführung des Freiberger Bergmännischen Zapfenstreichs in den Jahren 2004 und 2005 sowie der Auftritt beim Jubiläumskonzert 2006 in der Freiberger Nikolaikirche.

 

Als größtes seiner Art erhielt das Russisch-Horn-Ensemble des Bergmusikkorps Saxonia Freiberg e.V. im Oktober 1997 einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde

 

 

 

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Verantwortlich: Roland Achtziger